Wenig Sichtbarkeit

Unter dem digitalen Radar

Gwen Kaufmann, m+a - Tuesday, September 24, 2019    

Unter dem digitalen Radar
© Jason Wong auf Unsplash

Welche Anbieter präsentieren sich in der Messebaubranche stark im Internet? Dieser Frage geht Uwe Matzner mit seinem Team von Research Tools, Esslingen, in der Studie E-Visibility im Messebau nach. Und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Die eigentlichen Messebauunternehmen tauchen nur am Rande auf. Vielmehr erscheinen Anbieter verschiedener Hardware-Komponenten als dominante Anbietergruppe. „Das ist ein erstaunliches Ergebnis, das wir bisher in keiner anderen Branche der über 100 hatten, die wir bereits auf E-Visibility untersucht haben“, kommentiert der Geschäftsführer.

In den durch die Marktforscher von Research Tools durchgeführten Studien zu E-Visibility wird diese als die Platzierung der Anbieter-Websites im Rahmen von Internet-Suchen verstanden. Diese haben die Forscher in vier Online-Kategorien unterteilt: Suchtreffer, also organische Google-Suchergebnisse, Suchanzeigen, Vergleichsportale und Social Media, genauer die Plattformen Facebook, Twitter und Youtube. Für zwölf definierte Suchbegriffe der Branche, die sich in einer Pre-Studie herauskristallisiert hatten, wurden für jede dieser vier Online-Kategorien die zehn bestplatzierten Anbieter im deutschsprachigen Raum ermittelt. „Wir simulieren typische Internet-Suchvorgänge und gehen davon aus, dass die vordersten Ergebnisse der Suchen die besten Chancen haben, gesehen und geklickt zu werden. Deshalb erhält der Erstplatzierte auch mehr E-Visibility-Punkte als der Zweitplatzierte“, erläutert Matzner das Prozedere der Analyse.

Nur wenige Anbieter haben auf allen Kanälen hohe Sichtbarkeit

Herausgekommen ist, dass vier Anbieter aus den Top 10 eine hohe E-Visibility in allen vier Online-Kategorien aufweisen, wohingegen bei sechs der zehn Top-Anbietern die digitale Sichtbarkeit mindestens zur Hälfte auf nur eine Online-Kategorie entfällt. Diese Anbieter scheinen also ihre Bemühungen im Wesentlichen auf einen Kanal zu konzentrieren. Gut ein Viertel (27 Prozent) der Anbieter zeigen Präsenz über Vergleichsportale. Innerhalb der Social Media vereint Youtube mit 75 Prozent die höchsten E-Visibility-Anteile auf sich. Zusätzlich untersucht die Studie, welche Anbieter Internet-Sichtbarkeit über Paid Search erzielen, welche großen Marken und Hersteller sich unter den Top 100 finden sowie mit welcher Präsenz die Unternehmen in Social Media auf sich aufmerksam machen.

Überraschend ist der Befund, dass die Universalhändler Amazon und Ebay in dieser beratungsintensiven B2B-Branche über eine starke Internet-Sichtbarkeit verfügen. Grund dafür dürfte die Ausrichtung der Studie sein, die die Internet-Sichtbarkeit des Teils der Messebaubranche untersucht, die standardisierte Produkte anbietet und im Rahmen eines E-Shops verfügbar macht. Messebauanbieter ohne E-Shop sind in den Studienergebnissen nicht berücksichtigt, wobei Matzner anmerkt: „Bei ergänzenden Recherchen ohne Beschränkung auf E-Shops wurden dennoch nur wenige klassische Messebauer gefunden.“

Auch ungeachtet der Beschränkung auf E-Shops sehen die Studienmacher großes Potenzial für die Online-Präsenz von Anbietern rund um den Messebau. „Die Sichtbarkeit klassischer Messebauer wäre auch ohne diese Einschränkung selbst bei Suchbegriffen wie "Messestand" stark ausbaufähig“, so der erfahrene Marktforscher. Er schätzt die Online-Reife des Segments Messebau im Vergleich zu anderen Branchen als vergleichsweise geringer ein.

„Die in unseren Rankings führenden Anbieter machen natürlich bereits viel und auch vieles richtig“, kommentiert Matzner die Studienbefunde. „Allerdings ist selbst bei den Top-Anbietern eine Fokussierung auf einzelne Online-Kategorien festzustellen. Hier ist also sowohl für die Spitzenreiter als auch für die Verfolger Potenzial vorhanden.“ Die führenden Anbieter zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie bei möglichst vielen Suchbegriffen Präsenz zeigen. Hier haben die nachrangigen Anbieter Luft nach oben. Die Erfahrung aus Wiederholerstudien zeigt außerdem, dass es in fast allen Branchen einzelnen Anbietern gelingt, innerhalb von ein bis zwei Jahren einen großen Sprung nach vorne bis in die Top 30, teilweise auch bis in die Top 10 hinein zu machen. Der Tipp: „Klassische Messebauer verzichten oft auf E-Shops und überlassen das Feld den Anbietern von Standardprodukten. Hier besteht großes Potenzial für mehr Sichtbarkeit im Web, für zusätzliche Kontakte und Kundenbeziehungen, die dann im individualisierten Messebau ausgebaut werden könnten.“

 

E-Visibility Messebau

Die Ergebnisse zu Suchanfragen zum Stichwort Messebau hat das Esslinger Marktforschungsunternehmen Research Tools unter die Lupe genommen und kommt zu dem Schluss: 124 Anbieter für Messebau konkurrieren um die digitale Aufmerksamkeit des Kunden im deutschsprachigen Raum und erzielen dabei Internetsichtbarkeit. Unter den zehn Anbietern mit der größten E-Visibility finden sich acht Fachhändler. Die Studie E-Visibility Messebau 2019 analysiert die Präsenz in den vier Online-Kategorien Suchtreffer, Suchanzeigen, Vergleichsportale und Social Media.

www.research-tools.net

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