Pressemitteilung: HerCareer

„New Work ist sinnvoll, aber kein Heilsbringer“

messe.rocks - Thursday, August 1, 2019    

„New Work ist sinnvoll, aber kein Heilsbringer“
© Rieka Anscheit

Die Kommunikations- und Unternehmensberaterin, Autorin und ehemalige Journalistin und Entwicklerin der „Digital Leadership Canvas“ Christiane Brandes-Visbeck stellt auf der herCAREER, der Karrieremesse für Frauen, am 10. und 11. Oktober 2019 in München beim Authors-Meetup ihr Buch „Fit für New Work“ vor.

„Wenn man New Work als Methode in die alte Arbeitswelt integriert, ist es ein Fake.“

Home Office, Agiles Arbeiten, Selbstorganisation und Digital Leadership: Mit ihrem Buch „Fit für New Work“ hat Christiane Brandes-Visbeck im Vorjahr die Tools und Trends der neuen Arbeitswelt aufgespürt. Die ehemalige Journalistin, Online-Chefredakteurin und Personalleiterin bei der Sparda Bank und jetzige Leiterin der Agenturen Ahoi Consulting und Ahoi Innovationen GmbH sagt allerdings: „New Work ist sinnvoll, aber kein Heilsbringer.“

Christiane Brandes-Visbeck ist auf der herCAREER, der Karrieremesse für Frauen, am 10. und 11. Oktober 2019 in München als Speakerin zu Gast. Viele Unternehmen würden New Work als Methode und nicht als neues Mindset in einer sich immer rascher verändernden Welt verstehen. Brandes-Visbeck versteht unter dem Terminus das, was schon dessen Begründer Frithjof Bergmann in den Vordergrund stellte, nämlich: Sinnorientierung. „Bergmann ging davon aus: Arbeiten die Menschen sinnhaft, sind sie motivierter. Sie müssen Dinge gestalten und mitentwickeln dürfen und auch das Vertrauen erhalten, dass sie es gut hinbekommen. Und die Möglichkeiten, zu tun, was sie wirklich, wirklich wollen“, sagt sie. Auch das Loslassen sei für Führungskräfte ein wesentliches Thema, um ihren Mitarbeitern in der Selbstbestimmung zu vertrauen.

Brandes-Visbeck mahnt auch zur Vorsicht voll allzu viel Veränderungsdrang. Auch wenn häufig eine „positive Fehlerkultur“ in den Unternehmen gefordert werde, um Innovation zu fördern, rät sie davon ab. „Solange die Bestrafungsmentalität in Unternehmen vorherrscht, kann keine positive Fehlerkultur eingeführt werden.“ Auch sei in der neuen Arbeitswelt Kontrolle nicht per se schlecht, auch in der positiven Fehlerkultur seien geregelte Abläufe mitunter nötig.

Mehr als Methoden

Viele Unternehmen würden New Work auf Methoden reduzieren, dabei ginge es in erster Linie um eine Veränderung des Mindsets: „Beim Mindset muss man bei sich selbst anfangen: es geht um Selbstführung. Wenn ich nicht bereit bin, umzudenken, neue Regeln zu entwickeln und innovative Dinge umzusetzen, dann macht es auch keinen Sinn, dies von anderen zu fordern.“

Für Führungskräfte hat sie die Digital Leadership Canvas entwickelt, über die sie ihre Fähigkeiten, ihr Netzwerk, ihren Leadership-Style, ihre KPIs und ihre Vision abbilden können.

Die wichtigste Fähigkeit für Führungskräfte sei Ambidextrie, die „Doppelhändigkeit“: nämlich auf unterschiedliche Situationen und Menschen entsprechend reagieren zu können, ob mit mehr Kontrolle und Vorgaben oder mehr Freiräumen.

Für Menschen, die Betreuungspflichten haben, könnten New-Work-Maßnahmen wie Home Office und flexible Arbeitszeiten eine große Erleichterung bringen. Derzeit würden vor allem Frauen daraus Vorteile ziehen können. Doch auch Nachteile würden sich langsam herauskristallisieren: „Hinzu kommt, dass Leute in New-Work-Modus viel disziplinierter, fokussierter und selbstständiger arbeiten müssen. Das stresst und überfordert viele“, so Christiane Brandes-Visbeck.

Auf der herCAREER wird sie im Rahmen eines Authors-Meetups zum Thema „Fit für New Work: Wie man in der neuen Arbeitswelt erfolgreich besteht – Businessmodelle, Work-Life-Balance, Co-Working & Co.„ am 11. Oktober 2019 im MTC München über New Work und ihre Einblicke in die neue Arbeitswelt berichten. Die herCAREER ist Deutschlands innovative Karrieremesse für Frauen, die Berufseinsteigerinnen, Topmanagerinnen, Expertinnen und Unternehmerinnen in innovativen Formaten zusammenbringt.

Das komplette Interview mit Christiane Brandes-Visbeck zum Thema New Work finden Sie hier: Christiane Brandes-Visbeck: „New Work ist kein Allheilmittel“

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