Photokina im Strudel einer Branche im Wandel

Kölnmesse investiert viel, Imaging-Veranstaltung zu halten

Christiane Appel, m+a - Donnerstag, 26. September 2019    

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© Kölnmesse / Harald Fleissner

Mal ehrlich: Wer hat seine Spiegelreflexkamera mit der dicken Tasche immer dabei, wenn doch da Smartphone immer bessere Bilder liefert? In der Überschrift ihrer jüngsten Presseinformation zur Photokina spricht die Kölnmesse von einer „Branche im Wandel“ und einer „entscheidenden Chance für die Zukunft“, im Fließtext aber geht es relativ unverblümt um die Angst vor dem „Cebit-Moment“. Das Ringen und der Kampf um die Veranstaltung sind aus jeder Zeile herauszulesen. Oder wie sonst lassen sich Sätze interpretieren wie „Die Imaging-Branche ist aktuell massiven Veränderungen unterworfen, die auch Auswirkungen auf die Photokina als Leitmesse der Branche haben – und das in bisher nicht gekannter Dimension.“  Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kölnmesse, setzt darauf, „dass die großen Player der Industrie diese Chance möglichst geschlossen nutzen.“ Und genau das tun sie eben nicht: Die drei großen Marken Leica, Nikon und Olympus bleiben der Veranstaltung fern. Das tut weh. Der Böse-Satz lässt sich aber auch als Appell an die Branche interpretieren. Mit dem Markt eine erfolgreiche Messe zu machen, ist leichtes Spiel. Aber dagegen? Und so werden in Köln neue Segmente fieberhaft weiterentwickelt und vermehrt junge Menschen angesprochen, um „damit den Fortbestand der Weltleitmesse des Imaging zu sichern“, heißt es in der Presseinformation.

Im vergangenen Jahr hatte sich m+a für diesen Sommer vorgenommen, über Cebit, Photokina und Ifa zu schreiben. Die Cebit schien zu diesem Moment noch ziemlich lebendig, die Photokina war im jährlichen Rhythmus angedacht und die Ifa war schon lange nicht mehr Funkausstellung, sondern lachende Dritte. Die Hannover’sche Messe gibt es nicht mehr, bei der Photokina – die um ein Jahr verschoben wurde – geht es inzwischen ums Überleben und in Berlin wird vermutlich intensiv mit dem VDA gesprochen, die „IAA Internationale Absage Ausstellung“ (FAZ) zurück in die Hauptstadt zu „Shift“en. Dorthin, wo die Automesse einst ihren Ursprung hatte. An Locations ist dort ja kein Mangel und die Stadt ein Magnet – mit oder ohne Auto. Mag die Mobilitätsmesse auch (noch) in Frankfurt stattfinden: The Future of Mobility zumindest ist schon in Berlin angekommen.

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