Engagement auf der CIFF sehr wichtig

Teilnahme zahlt auf Emma-Expansionsstrategie ein

Christiane Appel - Montag, 19. Oktober 2020    

Teilnahme zahlt auf Emma-Expansionsstrategie ein
Foto: Emma The Sleep Company_Moritz Reich

Schlaf ist Ihr Ding. Was unterscheidet Schlaf von gutem Schlaf?

Grundvoraussetzung für die Regeneration im Schlaf ist eine ausreichende Schlafdauer. Es gibt hier keine goldene Regel, da jeder Mensch unterschiedliche Bedürfnisse hat. Die Schlafqualität spielt dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle. Wir durchlaufen im Schlaf verschiedene Phasen, wie z. B. Tiefschlaf und Traumschlaf (REM-Schlaf). Der Körper regeneriert sich vor allem in der Tiefschlafphase. Bei einem gesunden Schlaf macht sie etwa 20 Prozent der gesamten Zeit aus.

 

Schlaf ist auch Messethema, etwa in Berlin (Sleep for fit), Matratzen sind aber auch auf Möbelmessen zu finden. Welche Veranstaltungen in Deutschland sind für Sie relevant und weshalb?

Als das Flaggschiff der Möbelmessen in Deutschland ist die IMM Cologne sehr wichtig für uns. Hier sind die meisten unserer Partner vor Ort sowie zahlreiche Branchenvertreter, mit denen wir über mögliche Kooperationen sprechen können. Die Messe ist zudem eine relevante Plattform, um auch mit der Fachpresse in Kontakt zu treten und über aktuelle wie zukünftige Entwicklungen bei Emma zu sprechen. Neben der IMM spielen auch die Heimtextil in Frankfurt und die MOW in Bad Salzuflen eine wichtige Rolle für uns.


Adressieren Sie auch Endkunden via Messen?

Matratzen und Schlafsysteme betreffen jeden. Somit befinden sich selbstverständlich auch Endkunden unter den Messebesuchern, denen wir gerne auch unsere Innovationen präsentieren. In erster Linie wollen wir über Messen jedoch Handelspartner erreichen. Endkunden adressieren wir stärker über Online-Kanäle oder über unsere stationären Partner.


Welche Länder/Zielregionen sind für Sie von besonderem Interesse?

Wir sind mit Emma mittlerweile in 23 Ländern aktiv, sie ist eine der internationalsten Marken für Matratzen und Schlafsysteme weltweit. Wir orientieren uns im Rahmen der internationalen Expansion am jeweiligen Marktpotenzial. In neun der zehn größten Matratzenmärkte weltweit sind wir mit Emma bereits online. Um jedes Land kümmert sich ein eigenes Team, das die Vermarktung und das Produktsortiment an die örtlichen Kundenbedürfnisse anpasst. Unser Ziel ist es, unsere Marktanteile zukünftig in den jeweiligen Märkten weiter auszubauen. In den kommenden Monaten werden wir zudem in weitere Länder expandieren.


Ihr Wachstum im Jahr 2020…

… ist ungebremst, schließlich vertreiben wir mit unserer D2C-Marke Emma unsere Produkte vorrangig online. Im Juni haben wir unser Umsatzziel um 20 Prozent nach oben korrigiert. Derzeit erwarten wir einen Jahresumsatz von 240 Millionen Euro, das entspricht einem Wachstum von etwa 60 Prozent gegenüber 2019.


Sie waren kürzlich auf der CIFF, der China International Furniture Fair in Guangzhou. Wie ist die Messe gelaufen? Allgemein und insbesondere für Emma Sleep?

Gerade im Hinblick auf unsere Expansion in China war die Teilnahme sehr wichtig für uns – insbesondere, um mögliche Handels- und Geschäftspartner für uns zu gewinnen. Auch das Feedback auf unsere Produkte vor Ort war enorm wertvoll, um es in unsere Sortimentsstrategie einzubeziehen. Die Resonanz der Besucher war durchweg positiv und wir konnten viele wertvolle Kon­takte für den Ausbau unseres China-Geschäfts knüpfen. Die Messe insgesamt lief reibungslos ab, was in erster Linie an der guten Organisation vor Ort lag.

 

Sie haben als einziges deutsches Unternehmen teilgenommen. Wie groß war Ihr Engagement dort und hat es sich gelohnt?

In China ist die Konkurrenz stark, der Markt ist hoch fragmentiert. Es ist wichtig für uns, hier ganz vorne mit dabei zu sein, um in Chinas Matratzenmarkt künftig eine noch größere Rolle zu spielen.  Wir haben auf einer prominenten Standfläche von 167 Quadratmetern unser speziell für China entwickeltes Produktportfolio mit Matrat­zen, Kissen, Decken und weiteren Schlafprodukten vorgestellt. Status spielt im Rahmen von Kaufentscheidungen eine andere Rolle als in vielen westlichen Ländern. Unsere Idee eines modernen nordischen Dorfs als Messeauftritt sollte Eindruck hinterlassen und zugleich unsere Herkunft widerspiegeln. Mit dem Motto ‚Nordic Modern‘ ist uns eine außergewöhnliche Präsenz vor Ort gelungen, die bei den Chinesen sehr gut ankam.


Und hat es sich bezahlt gemacht?

Die Messebetreiber kamen uns sehr entgegen, uns wurden großzügig Werbeflächen zur Verfügung gestellt, die wir nach unseren Vorstellungen bespielen konnten. Sicherlich lag dies auch an unserer Sonderstellung als einziger westlicher Partner vor Ort. Mut und Agilität kommen in China sehr gut an, insbesondere auch bei Handelspartnern. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, es zeichnen sich bereits erste Kooperationen ab.


Als einziges Unternehmen aus Deutschland auf der CIFF: Nennt man das USP oder Wagnis in Pandemiezeiten?

Agilität ist eine Eigenschaft, die Emma extrem auszeichnet. Wir versuchen auch in Pandemiezeiten pragmatische Lösungen zu finden und Opportunitäten zu ergreifen. Die CIFF war so eine Chance: Unser China-Team kam auf uns mit dem Vorschlag zu, auf der CIFF präsent zu sein, um unser Geschäft weiter auszubauen und Kontakte vor Ort zu stärken. Unsere Teams arbeiten sehr unternehmerisch und die Country-Manager agieren wie Geschäftsführer in den einzelnen Märkten. Wir haben alle Risiken abgewogen und uns gemeinsam für eine Teilnahme entschieden. China hat die Pandemie sehr gut im Griff und traf auch auf der CIFF die höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Das hat uns davon überzeugt.


Wie halten es die chinesischen Messemacher und Besucher mit den Hygieneregeln?

Die beiden aus Frankfurt angereisten Kolleginnen mussten direkt nach der Einreise nach China für zwei Wochen in Quarantäne. Nach der Ankunft wurden sie in ein Quarantänehotel gebracht. Auf der Messe selbst mussten zahlreiche Hygieneregeln eingehalten werden. Es galt Mundnasenschutzpflicht. Außerdem musste sich jeder Messebesucher am Eingang einem Fiebertest unterziehen. Jeder Besucher registrierte sich zudem mit seinem Ausweis und hinterließ seine Kontaktdaten. Nach der Messe wurden wieder zwei Wochen Quarantäne verordnet.


Was war einfacher: das An- und Abreisen oder das Ausstellen?

Das An- und Abreisen war mit Sicherheit mit einigen Hindernissen für unsere Kolleginnen verbunden. Die Vorbereitung eines Messeauftritts inklusive Stand, Sortiment, Personal, Werbung, Panelteilnahme, Partner- und Presseterminen und vielem mehr hat es doch auch in sich. Wir sind überwältigt von dem Ergebnis, welches unser Team trotz erschwerter Bedingungen in Pandemiezeiten in China auf die Beine gestellt hat.


Ganz allgemein gefragt: Was empfinden Sie als sicherer: ein Besuch im Supermarkt oder auf einer Messe? Oder gibt es gar keinen Unterschied?

Die Sicherheit vor einer Ansteckung hängt in erster Linie mit der Disziplin und Rücksicht der Menschen vor Ort zusammen, daher lässt sich das pauschal nicht beantworten. Wir können jedoch sagen, dass wir uns aufgrund der strengen Hygieneauflagen vor Ort und den rücksichtsvollen Messeteilnehmern keinem erhöhten Risiko ausgesetzt gefühlt haben.

Fragen: Christiane Appel

 

TEILEN SIE DIESE MELDUNG

Related Articles

Prowein-Welt in Bewegung

Für Düsseldorf-Ausgabe erarbeiten Messemacher spezielles Hygienekonzept

 

Mehr
Rund 350 Aussteller zeigen Angebote

Messe Düsseldorf öffnet den Caravan Salon am 4. September

 

Mehr
Behörden canceln ILM

Aktuelles Infektionsgeschehen in Offenbach lässt Durchführung nicht zu

 

Mehr

Am meisten gelesen

Messe Düsseldorf streicht

Die nächsten Ausgaben finden turnusgemäß 2022 in Düsseldorf statt

 

Mehr
Behördliche Entscheidung

Messe Essen sagt auch die IPM Essen im Januar ab

 

Mehr
Produkte per Post

Messe Stuttgart geht unter die Versender

 

Mehr

Kategorien und Tags

Märkte | Dennis Schmoltzi | Emma | The Sleep Company | CIFF | Guangzhou | China