Klärungsbedarf in Baden-Württemberg

Britta Wirtz fordert Nachbesserung

Christiane Appel - Mittwoch, 8. Juli 2020    

Britta Wirtz fordert Nachbesserung
Foto: Onuk

Wenn auch die Landesregierung Baden-Württemberg in der Kabinettssitzung am 23. Juni ihre Absicht bekräftigt hat, dass ab dem 1. September 2020 Messen mit mehr als 500 Personen wieder stattfinden dürfen, so sieht Britta Wirtz, die Chefin der Messe Karlsruhe, doch für die Branche „dringenden Klärungsbedarf und das wiederholte Gesprächsangebot mit den Ministerien nicht erwidert.“ Wirtz: „Wir haben seit zwei Monaten konkrete Vorschläge unterbreitet und diese unter den Messeplätzen abgestimmt und den Entscheidern bei der Landesregierung vorgelegt. Einmal wurde die gesamte Veranstaltungsbranche – vom Caterer über die Konzertagentur bis hin zum Messeplatz eingeladen. Wir haben die Dringlichkeit klarer Rahmenbedingungen sehr deutlich gemacht und unser Angebot zur konstruktiven Mitarbeit mehr als einmal platziert“, so die Messechefin. Auch wenn sie grundsätzlich die Erarbeitung einer Corona-Verordnung Messen begrüßt: Mit der neuen Corona-Verordnung, die Veranstaltungen größer 500 Personen bis zum 31. Oktober 2020 verbietet und einer parallel veröffentlichten Entwurfsfassung für das Wiederanlaufen von Messen im September ist die Verunsicherung bei allen Beteiligten noch größer geworden. Bei der Messe Karlsruhe hagelt es seit dem an Stornierungen für den Monat September und Oktober.

Neben der aktuellen Konfusion zu Begrifflichkeiten kommt aktuell erschwerend hinzu, dass die Rahmenbedingungen, unter welchen Messen und Kongresse wieder stattfinden können, im Vergleich zu den Vorgaben der anderen Bundesländer sehr restriktiv gefasst sind. Die Messe Karlsruhe wie auch die anderen Messeplätze im Land fordern hier deutliche Nachbesserungen. Veranstalter und Aussteller, die heute ihre Investitionsentscheidungen für die Messeteilnahmen im Herbst treffen müssen, können zurzeit nicht darauf bauen, dass aus dem Entwurf der Landesregierung eine gleichlautende Verordnung wird. Damit entgehen der Messe Karlsruhe, den angeschlossenen Dienstleistern, Handwerksbetrieben sowie den Hotels und Gastronomiebetrieben Umsätze in Millionenhöhe, mit denen sie dringlich nach der totalen Geschäftsniederlegung seit März gerechnet hatten. „Eine verlässliche und gute Vorbereitung von Messen erfordert mehrere Monate. Die derzeitige Beschlusslage bedroht zahlreiche Veranstaltungen“, betont Britta Wirtz. 

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