Kommentar: GSMA sagt Mobile World Congress 2020 ab

Große Aussteller bleiben weg, kleine gucken in die Röhre

Christiane Appel, m+a - Freitag, 14. Februar 2020    

GSMA sagt Mobile World Congress 2020 ab
Foto: Pixabay

„Die Rache des Schuppentiers“ titelte die „FAZ“ einen Artikel über den möglichen Überträger des Coronavirus. Besagte Rache des bedrohten und in China begehrten Schuppentiers kennt inzwischen keine Grenzen mehr. Kaum eine Branche, die die Auswirkungen nicht zu spüren bekommt. Die Live-Kommunikations-Branche bleibt nicht außen vor: Messen und Kongresse in Asien werden reihenweise abgesagt oder postponed – und nun auch in Europa. Die kleine Asia Apparel Expo in Berlin wandert vom Februar in den Juni, die Swatch-Group sagt ihre Hausmesse Time to Move in Zürich ab, auf der sie Anfang März ihre Luxusmarken präsentieren wollte und begründet das Canceln mit besagtem Virus (der Konzern beteiligt sich nicht mehr an der Baselworld).
Für ein Erdbeben größerer Stärke sorgt jetzt allerdings die Absage des Mobile World Congresses in Barcelona. Den Anfang machten Ericsson und LG (an der ISE in Amsterdam beteiligen sich die Koreaner). Es folgten Sony, Amazon, Facebook, Cisco, Intel und Vivo, die Telekom schloss sich an. Insgesamt sollen es rund 30 Unternehmen gewesen sein, die bis gestern (12. Februar) ihre Teilnahme für die vom 24. bis 27. Februar geplante Show stornierten. Laut Veranstalter GSMA haben sich rund 2.800 Unternehmen für das Branchentreffen angemeldet. Die Crux: Die Absagenden sind die größten und wichtigsten Player dieser Industrie. Alle anderen schauen jetzt in die Röhre. Auch nicht ganz ohne: Zu den Wegbleibern gehören Konzerne, die im Leitungsgremium des GSMA engagiert sind. Sprich: Sie lassen ihre Plattform im Stich. So etwas haben Messemenschen gerade schon bei einer anderen Branche im Umbruch erlebt, ganz ohne Virus. Wenn also Messen Spiegelbilder des Marktes sind, dürfte es noch weitere Gründe geben. Es gibt bessere Methoden, Messen viral gehen zu lassen…

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