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[8.Dezember 2009]   m+a report  - Ausgabe 8/2009

Im Sparmodus

Die Etats werden angepasst, Preise nachverhandelt und die Nebenkosten weiter zurückgefahren. Aussteller geizen mit und an ihren Auftritten.

Die deutschen Aussteller sind bei ihren Messeplanungen für die beiden nächsten Jahre vorsichtig optimistisch. 20 % der Firmen wollen sich 2010/2011 an mehr Inlandsmessen beteiligen als 2008/2009, ebenfalls 20 % planen weniger Beteiligungen. Das betonte Hans-Joachim Boekstegers, Vorsitzender des Ausstellungs- und Messe-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (Auma) bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin. Sie beruhen auf einer repräsentativen Befragung von 500 deutschen Unternehmen, die auf Fachbesucher-orientierten Messen ausstellen. Die Studie wurde durchgeführt von TNS Emnid. Boekstegers folgert: „Offensichtlich erkennen die Aussteller, dass der Einsatz persönlicher Kommunikation nicht reduziert werden darf, wenn man das eigene Geschäft ankurbeln will.“
 
Laut Studie sind in den Jahren 2010/2011 insgesamt 5,5 Inlandsbeteiligungen pro Unternehmen geplant (2008/2009: 5,7 Beteiligungen). Dagegen wollen die deutschen Aussteller ihr Engagement an Auslandsmessen einschränken. In den beiden nächsten Jahren planen 14 % der Firmen mehr Beteiligungen, 18 % weniger. Die durchschnittliche Zahl der Messeauftritte soll von 3,2 auf 2,8 in den nächsten beiden Jahren sinken. Noch vor einem Jahr waren mehr Auslandsbeteiligungen als in der Vergangenheit geplant. Für den Auma-Vorsitzenden ein Indiz: „Der Rückgang des Außenhandels hinterlässt hier offensichtlich deutliche Spuren.“
 
Die gesamten Aufwendungen für Messebeteiligungen sollen in den beiden nächsten Jahren bei 345 000 € liegen, das ist genauso viel, wie 2008/2009 ausgegeben wurde. Innerhalb eines Jahres ist das Niveau der geplanten Aufwendungen aber deutlich gesunken: Bei der letzten Befragung vor einem Jahr seien für die Jahre 2009/2010 386 000 € geplant gewesen. Boekstegers gab in Berlin zu verstehen, dass – sollte es zu weiteren gravierenden Einbrüchen kommen – sich das alles sehr schnell weiter ändern könne. Der Vertreter der ausstellenden Wirtschaft betonte, auch in Zukunft würden die Preise nachverhandelt werden. Damit meine er nicht unbedingt die Standgebühren, sondern die Zusatzkosten wie Aufhängepunkte, Wasser und ähnliches. Zu den Hauptleidtragenden werden die Unternehmen gehören, die die Dienstleistungen außerhalb der Hallen anbieten, die unter „Nebenkosten“ subsummiert werden. Vor allem die teureren Hotels werden das zu spüren bekommen.
 
Überhaupt verspricht die aktuelle Entwicklung – zum 1. Januar 2010 soll die Umsatzsteuer für Übernachtungen von 19 auf 7 % sinken – eine neue Runde im Streit Messe/Hotelpreise. Boekstegers erwartet, dass der erniedrigte Steuersatz – sollte er realisiert werden – weitergereicht wird. „Die 7 % will ich haben, sonst haben wir mit Zitronen gehandelt.“
 
Nach Erkenntnissen der Studie wollen 27 % der Aussteller künftig mehr Geld für Messen ausgeben, nur 19 % weniger. Vor allem kleine Firmen wollten mehr in Messen investieren.
 
Weitere Ergebnisse der TNS-Emnid-Befragung: Die Position der Messen in der Kommunikation ist weiter stark. 83 % der ausstellenden Unternehmen halten Messen für wichtig oder sehr wichtig (2009/2010 81 %), nur übertroffen vom eigenen Internetauftritt (90 %). Leicht zurückgefallen sind Instrumente mit weniger direktem Geschäftsbezug wie Events und Sponsoring. Boekstegers: „In Sachen Compliance herrscht große Unsicherheit.“ Der Anteil der Messeaufwendungen am Kommunikationsbudget der B-to-B-Aussteller hat sich nochmals leicht erhöht auf 43 %.
 
Auch die mittelfristigen Aussichten für das Instrument Messe sind aus Sicht der befragten Aussteller kaum eingetrübt. Immerhin 68 % sehen in fünf Jahren eine unveränderte Bedeutung, 14 % eine steigende und 16 % eine geringere.
 
Auf der Basis der Ausstellerbefragung zeigt sich der Verband für die überregionalen Messen des Jahres 2010 überzeugt, dass die Ausstellerzahlen gegenüber den Vorveranstaltungen knapp gehalten werden. Die Entwicklung der Inlandsbeteiligungen dürfte nahezu stabil sein, während die Beteiligungen aus dem Ausland in einer Größenordnung von 5 % zurückgehen könnten. Entsprechend dürfte auch die Standfläche leicht zurückgehen. Die Besucherentwicklung im Jahr 2010 ist aufgrund der labilen Konjunkturlage trotz Umfrage relativ schwer einzuschätzen. Nach den teilweise deutlichen Rückgängen im Jahr 2009 rechnet der Auma mit einer Stabilisierung auf niedrigerem Niveau. ch

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