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[22.September 2009] m+a report - Ausgabe 6/2009
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Neuen Boden betreten
Bodenbeläge bieten Individualität. Techniken wie der Digitaldruck verwirklichen fast jede Idee und flexible Formate eröffnen neuen Gestaltungsspielraum.
Wie in einer Kunstausstellung präsentierte sich Dyckerhoff, Wiesbaden, auf der Bau 2009 in München. Der ganz in Weiß gehaltene 200 m² große Stand des Zement- und Betonherstellers schuf den Rahmen für diese außergewöhnliche Präsentation. Hochglänzende Platten aus weißem Spiegelbeton bildeten den Untergrund für die wie Exponate ausgestellten Produkte. Losgelöst von jeglicher Baustellenatmosphäre wurden Werkstoffe wie Beton, Edelputze und Mörtel zu Kunstobjekten erhoben. Der weiße hochglänzende Boden verlieh dem Raum eine erhebende Wirkung, die dem Besucher signalisierte, dass es hier Kostbares zu sehen gab.
Beispiele, wie der Bodenbelag die Wirkung des Raumes bestimmt, gibt es viele. "Beim Betreten einer Hochglanzoberfläche fühlt sich der Besucher fast wie auf einer Wasserfläche. Der Raum wirkt luftig und großzügig", sagt Patrick Sauter von Spek Design, Stuttgart. Diesen Effekt nutzte das Designbüro beim Messestandkonzept für Sika, Stuttgart, ebenfalls zu sehen auf der Bau 2009. Die etwas überzogen wirkende Raumtiefe des weißen Hochglanzbodens weckte Neugierde und zog die Besucher direkt auf den Stand. Dort sorgten die Reflektionen eines Deckenmobiles für Bewegung, der ansonsten schlichte Untergrund wurde damit zu einer sich optisch verändernden Spiegelfläche.
Bei Interface Flor, Krefeld, bestimmte mit dem Konzept "Piece by piece to the perfect picture" die Grundform der Teppichfliese die Basis der Architektur des Messestandes auf der Bau 2009. Aus dem 50 x 50 cm-Raster erwuchs seine Topografie. Dabei entstanden dreidimensionale Elemente, die sich als Parallelogramme aus dem Boden herausfalteten. So hoben sich aus dem Boden alle funktionalen Bestandteile wie Besprechungssituation, Bar oder Sitzgelegenheiten. Durch die Neigung der aufgefalteten Elemente entstand der Eindruck, dass sie sich dem Besucher entgegenstreckten und sorgten für eine dynamische Formensprache. Nicht nur der Stand an sich, sondern auch die präsentierte Collection Q by Daniel Klas zitierte bewusst das Quadrat als gestalterisches Grundelement der Teppichfliese. Übersetzt in Design und Architektur schaffte es die Basis für geometrische Spielflächen in beliebiger Ausdehnung. Aus der Idee des Quadrates entwickelt, entstand eine fugen- und richtungslose Flächigkeit. Die feine Aufrasterung der Farben von kühlen Graustufen bis hin zu lebendigem Rot oder Blau erzeugte dennoch Tiefenwirkung.
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