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[8.Dezember 2009]   m+a report  - Ausgabe 8/2009

Expo der Superlative

China rüstet sich für die Expo 2010. Mit dem Prestigeprojekt Weltausstellung will sich das Land als moderne und wirtschaftsstarke Macht präsentieren.

Foto: Deutscher Pavillon Expo 2010

Foto: Deutscher Pavillon Expo 2010

Höher, schneller, weiter: Am 1. Mai 2010 ist es soweit. Die internationale Weltausstellung wird in der ostasiatischen Metropole Schanghai eröffnet. Bis dahin muss das drittgrößte Land der Welt gewaltige Leistungen stemmen. Laut Germany Trade & Invest wird die Expo 2010 insgesamt 44 Mrd. US$ kosten, der überwiegende Teil davon fließt in Infrastrukturprojekte.
 
China will zeigen, dass es in der ersten Liga mitspielt – und zwar in allen Disziplinen. Nach der Sommer-Olympiade in Peking im Jahr 2008 wird nun die zweite Großveranstaltung innerhalb kurzer Zeit ausgerichtet. So ist der Anspruch der Zentralregierung nicht geringer als die bis dato größte Weltausstellung aller Zeiten zu schaffen. Insgesamt werden 70 Millionen Besucher erwartet, davon 3,5 Millionen aus dem Ausland. Der jetzige Rekord mit 68 Millionen Besuchern stammt aus dem Jahr 1970, als die Weltausstellung im japanischen Osaka stattfand. Mit der Anzahl der Teilnehmer sollen ebenfalls Rekorde gebrochen werden. 220 waren angestrebt, doch schon jetzt haben 242 internationale Organisationen und Staaten zugesagt, sich an der Weltausstellung zu beteiligen. Auch das Expo-Gelände auf beiden Seiten des Huangpu-Flusses mitten in Schanghai wird mit insgesamt 5,28 km² so groß sein wie niemals eines zuvor. 3,93 km² des Areals liegen im Stadtteil Pudong östlich des Flusses und 1,35 km² in Puxi. Im Moment ist das Gelände sicherlich eine der größten Baustellen der Welt mit 1,5 Mio. m² „under construction“.
 
Doch nicht nur durch die schiere Größe der Veranstaltung will Schanghai punkten. Die Weltausstellung setzt mit dem Motto „Better City, Better Life“ auf das Thema Nachhaltigkeit. Passend zum Motto beteiligen sich zum ersten Mal Städte an einer Weltausstellung, entweder mit einem eigenen Pavillon wie Hamburg oder mit Ausstellungen in einer der Hallen in der Urban Best Practices Area.
 
Insbesondere die Infrastruktur der 18 Millionen Einwohner zählenden Metropole wird für die Weltausstellung stark ausgebaut. Sechs neue Stadtbahnlinien und 200 neue Haltestellen entstehen. Das Straßenverkehrsnetz wird erweitert, ungefähr 400 Hotels werden renoviert und weitere 300 neu gebaut.
 
Die Expo soll Ausdruck eines neuen Chinas werden. Um dafür Platz in Schanghai zu schaffen, musste ein altes Stadtviertel den ehrgeizigen Plänen weichen und wurde komplett abgerissen. Bevor im August 2006 mit den Bauarbeiten begonnen wurde, befanden sich auf dem Gelände Industrieanlagen, Werften, Lagerhallen und Arbeitersiedlungen. 18 000 Familien mussten für die neue Bebauung umsiedeln.
 
Einige jetzt für die Ausstellung errichtete Gebäude, wie der riesige chinesische Pavillon, sollen die Expo-Zeit überdauern und nicht wieder abgerissen werden. Das Expo-Gelände selbst soll sich zur ersten grünen Lunge der Stadt entwickeln und ihren Bewohnern ein Naherholungsgebiet bieten. „Anders als in europäischen Städten gibt es bislang keine weitläufigen Grünflächen wie den Berliner Tiergarten oder den Kölner Grüngürtel“, sagt Marion Conrady, Pressesprecherin Deutscher Pavillon von der Kölnmesse International. Die Kölnmesse International ist mit der Vorbereitung, dem Betrieb und der Nachbereitung des deutschen Pavillons beauftragt. „An nahezu jeder Baustelle in Schanghai, die mit der Weltausstellung in Verbindung steht, wird momentan vor dem Hintergrund des Expo-Mottos Better City, Better Life mit Umweltthemen geworben. Das hat sich im Bewusstsein der Menschen verankert, und sie erwarten jetzt, dass sich etwas ändert.“ Inwiefern auf lange Sicht ein Umdenken auch nach dem Ende der Weltausstellung am 31. Oktober 2010 einsetzt, bleibt abzuwarten. akm

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