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[15.Februar 2010]   m+a report  - Ausgabe 1/2010
Seite 1/2

Deutschland zeigt Ausgeglichenheit

Bis zur Eröffnung der Expo 2010 im Mai in Schanghai ist noch einiges zu tun. Das Konzept der Balancity – der Idee von der Stadt im Gleichgewicht – steht längst und wird nun von einem Partnernetzwerk professionell umgesetzt, gigantischer und gleichzeitig ausgewogener als je zuvor.

Mit dem Begriff „Balance“ wird ein Verhältnis der Ausgewogenheit beschrieben, das durch die exakte Aufhebung von entgegenwirkenden Kräften entsteht. Die Balance ist dementsprechend ein fragiler Zustand, der schon durch kleinste Manipulationen zerstört werden kann. Dann kommen die Kräfte aus dem Gleichgewicht und ein stabiles System gerät aus der Balance. In der Gesellschaft sorgt eine ausbalancierte Verteilung der politischen Kräfte für die notwendige Stabilität, die es dem Bürger ermöglicht, im urbanen Raum in Vielfalt und Gleichgewicht – nicht Gleichheit – zusammenzuleben. Vor allem in den prosperierenden Metropolen mit einer rasch ansteigenden Bevölkerung wird die Ausgewogenheit von Umwelt und Urbanität immer wichtiger zur Stabilisierung der Lebensqualität. Das Motto der Weltausstellung Expo 2010 lautet dementsprechend „Better City, Better Life“ und beschäftigt sich mit der Verbesserung des urbanen Lebens im 21. Jahrhundert. Die Auswahl des Themas passt zum Standort, ist doch die Millionenmetropole Schanghai eine der größten Städte Chinas.
 
Mit dem Namen Balancity, einem Kunstwort aus „Balance“ und „City“, sowie der Idee von einer Stadt im Gleichgewicht greift der Deutsche Pavillon das Expo-Motto auf. Die Botschaft der deutschen Beteiligung lautet: Es ist durchaus erstrebenswert in einer Stadt zu leben, wenn sie sich in Balance befindet – im Gleichgewicht zwischen Erneuern und Bewahren, Innovation und Tradition, Stadt und Natur, Gemeinschaft und Individuum, Arbeit und Freizeit. Der Deutsche Pavillon gliedert sich in zwei Bestandteile: Landschaft und Baukörper. Eine Terrassenlandschaft mit Veranstaltungsfläche erstreckt sich vom Erdgeschoss bis zum dritten Obergeschoss. Darüber scheinen vier scharfkantige Ausstellungskörper zu schweben, die zusammen ein großes Dach über der Landschaft bilden. Im Inneren der Raumskulptur wird ein Gang durch exemplarische deutsche Stadtlandschaften inszeniert. Der Besucher kann sich wie in einer realen Stadt – zu Fuß, auf Rollbändern oder über Rolltreppen – durch unterschiedlich inszenierte Stadträume und Themen bewegen. Das Konzept greift die Idee der „promenade architecturale“ auf, die Le Corbusier bereits 1923 in seiner Schrift „Vers une Architecture“ als einen „auf den Betrachter ausgerichteten Weg durch den gebauten Raum“ beschrieben hat.
 
Den Weg durch den Deutschen Pavillon begleiten die virtuellen Protagonisten Yanyan und Jens. Der junge Deutsche zeigt der chinesischen Studentin Yanyan sein Heimatland aus seinem persönlichen Blickwinkel und lässt die Besucher daran teilhaben. Kurze Dialoge zwischen den beiden jungen Leuten sollen die deutschen Besonderheiten hervorheben und die Vielfalt des Landes vermitteln. Die Reise durch den Deutschen Pavillon beginnt draußen in der Natur und führt mitten hinein in die Stadt, an typische Orte und Plätze. Angefangen beim Hafen geht es beispielsweise durch Gärten und Parks über ein Planungsbüro und eine Fabrik bis in eine Energiezentrale, dem symbolischen Kraftwerk der Stadt. Der Innenraum der Energiezentrale hat die Form eines Kegels, der sich nach oben öffnet mit drei übereinander angeordneten Galerien.


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